<?xml version="1.0" encoding="utf-8" standalone="yes"?><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><channel><title>Reiseberichte on Natenoms Blog</title><link>https://natenom.de/tags/reiseberichte/</link><description>Recent content in Reiseberichte on Natenoms Blog</description><generator>Hugo -- gohugo.io</generator><language>de</language><copyright/><lastBuildDate>Sun, 23 Oct 2016 12:15:22 +0000</lastBuildDate><atom:link href="https://natenom.de/tags/reiseberichte/index.xml" rel="self" type="application/rss+xml"/><item><title>Reisebericht – Vom Schwarzwald nach Köln – Der dritte Tag</title><link>https://natenom.de/2016/10/reisebericht-vom-schwarzwald-nach-koeln-der-dritte-tag/</link><pubDate>Sun, 23 Oct 2016 12:15:22 +0000</pubDate><guid>https://natenom.de/2016/10/reisebericht-vom-schwarzwald-nach-koeln-der-dritte-tag/</guid><description><![CDATA[<p>Die Reise selbst hat bereits im August 2016 stattgefunden, aber für meine Erinnerung möchte ich trotzdem all das aufschreiben, was mir aktuell noch dazu einfällt – und das sind sehr viele Details. Und auch alles was ich aus den per <a  href="/tags/osmand/">OsmAnd</a> aufgezeichneten GPX-Tracks und den wenigen Fotos herleiten kann.&lt;</p>]]></description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Reise selbst hat bereits im August 2016 stattgefunden, aber für meine Erinnerung möchte ich trotzdem all das aufschreiben, was mir aktuell noch dazu einfällt – und das sind sehr viele Details. Und auch alles was ich aus den per <a  href="/tags/osmand/">OsmAnd</a> aufgezeichneten GPX-Tracks und den wenigen Fotos herleiten kann.&lt;</p>
<p><a  href="/2016/10/reisebericht-vom-schwarzwald-nach-koeln-der-zweite-tag/">Hier gehts zum Reisebericht des zweiten Tages.</a></p>

<h2 id="es-geht-los" data-numberify>Es geht los<a class="anchor ms-1" href="#es-geht-los"></a></h2>
<p>Morgens um 05:50 Uhr wache ich am Montag von alleine auf. Auf dem Campingplatz ist in der näheren Umgebung ausser mir nur noch ein weiterer Mensch wach. Ich nutze die Gelegenheit für die morgendliche Versorgung. Dann packe ich meine Sachen zusammen und versuche das Zelt von der spät über den &ldquo;Hügeln&rdquo; aufgehenden Sonne etwas trocknen zu lassen. Leider gelingt das nicht, da sich Wolken vor die Sonne schieben. Ich packe das leicht nasse Zelt ein. Da ich auf dieser Reise nicht mehr kochen werde, verschenke ich noch einen Liter Spiritus an einen anderen wachen Menschen, um ca. 800g Gewicht zu sparen. Dann fahre ich um ca. 07:20 Uhr los.</p>
<p>Auf den 14km nach Koblenz wäge ich die Vor- und Nachteile einer sofortigen Rückfahrt von dort nach Hause ab. Die Vorteile überwiegen. Ich könnte im aktuellen Zustand den ganzen Weg bis nach Köln gar nicht schaffen; bzw. nur, wenn ich meine Gesundheit gefährde.</p>
<p>Ab jetzt ist es sehr unangenehm, mit dem Rad zu fahren. Die Fahrradwege sind sehr schlecht und man muss ständig von endenden Fahrradwegen auf die Straße wechseln. Teilweise auf hohen Gehsteigen, wo man absteigen und das Rad herunterhieven muss; denn mit vollem Gepäck möchte ich nicht &ldquo;herunterspringen&rdquo;.</p>
<p>Ich bin überhaupt nicht fit und selbst in der Ebene fällt das Treten sehr schwer. Die Beine schmerzen und ich bin heilfroh, dass ich nur noch ein paar Kilometer vor mir habe. Ich fahre nur noch sehr langsam.</p>

<h2 id="fahrrad-verboten-amim-bahnschalter" data-numberify>Fahrrad verboten am/im Bahnschalter<a class="anchor ms-1" href="#fahrrad-verboten-amim-bahnschalter"></a></h2>
<p>In Koblenz angekommen gehe ich zum DB-Service mit dem Ziel, eine Fahrkarte zurück nach Hause zu kaufen.</p>
<p>Es sind zwei Schalter belegt; die Dame ganz links ruft mir zu, ich dürfe mein Fahrrad nicht mit hinein nehmen.</p>
<p>Ich sage, dass ich es wohl kaum draußen stehen lassen könne und draußen anschließen, das komplette Gepäck abnehmen und mit mir herumtragen sei auch keine Option, das würde viel zu lange dauern und wäre absolut umständlich. Ich bitte sie um Verständnis. Man erlaubt mir, das Rad im Vorraum stehen zu lassen, wo ich es immer sehen kann.</p>
<p>Liebe Bahn; was glaubt denn das Management bei euch, wo man als Alleinreisender sein Fahrrad mitten auf dem Bahnhof unbeaufsichtigt stehen lassen kann mit vollem Gepäck bestehend aus mehreren Packtaschen, einem Zelt, Rucksack usw.?</p>
<p>Seltsam ist aber schon, dass eine Familie mit zwei Riesenkoffern nicht angemacht wird, die mit ihrem Gepäck sehr viel mehr Platz benötigt als ich inklusive Fahrrad und Gepäck.</p>

<h2 id="bahn-und-fahrrad-nicht-so-einfach" data-numberify>Bahn und Fahrrad, nicht so einfach…<a class="anchor ms-1" href="#bahn-und-fahrrad-nicht-so-einfach"></a></h2>
<p>Die Dame, die mein Rad zuerst hinauswerfen wollte ist jetzt fertig und ich bin der Nächste in der Warteschlange. Ich lehne dankend ab und lasse den Menschen hinter mir vor. Ich mag die Dame jetzt nicht mehr und ausserdem könnte ich von dem Schalter ganz links mein Fahrrad nicht immer im Blick behalten. Ich warte auf den älteren Herrn am anderen Schalter.</p>
<p>Ich bin dran und gebe durch, dass ich gerne irgendwann zu einem Zeitpunkt ungleich jetzt aber noch heute und möglichst per Direktverbindung nach Hause fahren möchte.</p>
<p>&ldquo;Das wird nix…&rdquo; wird mir entgegnet. Es ist Sommerzeit/Urlaubszeit und viele Radfahrer seien per Bahn unterwegs. Es gebe für eine Direktverbindung keinen Fahrradstellplatz in der Bahn. Der nette Herr zeigt mir Alternativen auf mit insgesamt drei Umstiegen. Mit dem Fahrrad ist Umsteigen für mich eine Tortur, ich verneine und entscheide mich für die Rückfahrt am nächsten Tag von Köln aus.</p>
<p>Bis dorthin werde ich es schon irgendwie schaffen :)</p>
<p>Man lernt bei großen Tagestouren sehr schnell, dass man noch sehr viele Kilometer fahren kann, auch wenn man eigentlich denkt, es würde nichts mehr gehen.</p>

<h2 id="per-schiff-nach-köln" data-numberify>Per Schiff nach Köln?<a class="anchor ms-1" href="#per-schiff-nach-köln"></a></h2>
<p>Ich telefoniere mit einem Menschen und mir wird der Vorschlag gemacht, ich könne mit dem Schiff von Koblenz bis nach Köln fahren.</p>
<p>Also fahre fahre zum Rheinufer und finde den Kartenverkauf für die Schiffstouren. Man sagt mir, dass schon seit langem kein Schiff mehr von Koblenz nach Köln fährt. Der nächste Ort, von dem aus das Schiff fährt sei Bad Breisig.</p>
<p>Wieder bin ich an diesem Tag total demotiviert, genervt und auch etwas verzweifelt. Ich muss also weitere 30km mit dem Fahrrad bis nach Bad Breisig fahren, um dann den Rest bis nach Köln mit dem Schiff fahren zu können.</p>

<h2 id="einkaufen-und-essen" data-numberify>Einkaufen und Essen<a class="anchor ms-1" href="#einkaufen-und-essen"></a></h2>
<p>Jetzt sollte ich aber dringend etwas essen und halte Ausschau nach einem Supermarkt. Ich könnte auch zum Bahnhof zurückfahren, in dessen Nähe es mehrere Supermärkte gibt, aber das ist eben &ldquo;zurück&rdquo; und das ist psychologisch aktuell gar nicht gut.</p>
<p>Ich fahre in Koblenz über die Mosel und ein paar Kilometer später entdecke ich eine große Filiale einer Bäckerei mit einem riesigen Vorraum, in dem alte Menschen mit ihren Gehhilfen rangieren. Da ich leider keinen Ort ausmachen kann, an dem ich mein Fahrrad gut sichtbar abschließen könnte, nehme ich das Rad einfach mit rein.</p>
<p>Mich nerven solche Situationen… und vor allem das fehlende Verständnis anderer Menschen.</p>
<p>Eine Mitarbeiterin ruft mir zu: &ldquo;Sie dürfen mit dem Fahrrad hier nicht rein!&rdquo;</p>
<p>Ich rufe zurück: &ldquo;Aber ich bin schon drin!&rdquo;</p>
<p>Ich versuche ihr zu vermitteln, dass es hier keine Möglichkeit zu geben scheint, das Fahrrad gut sichtbar anzuketten. Sie schlägt mir vor, ich könnte es vor der Türe stehen lassen und abschließen. Da kann ich es aber nicht sehen.</p>
<p>Alles klar! Der Dame ist bewusst, dass es sinnvoll sein könnte, das Fahrrad abzuschließen. Sie kann aber nicht das bisschen weiterdenken, dass am Fahrrad viele interessante Taschen hängen, die ich eben nicht zuschließen kann. Und auch nicht, dass ich dann mein Fahrrad nicht mehr im Blick hätte. Ich bedanke mich genervt und verlasse den Laden.</p>
<p>Ein paar hundert Meter weiter finde ich einen großen Supermarkt.</p>
<p>Jetzt muss ich mein Fahrrad anschließen, alle Taschen und Einzelteile wie Licht, Tacho, usw. abmontieren, in den Einkaufswagen packen und dann kann ich einkaufen gehen.</p>
<p>Ich komme zurück mit allerlei netten Nahrungsmitteln. Unter anderem mit Trauben. Dann lasse ich mich auf dem Parkplatz nieder und die Leute gucken wieder. Man darf doch hier im Lande nicht einfach auf dem Boden sitzen…</p>

<h2 id="keine-besseren-menschen" data-numberify>Keine besseren Menschen…<a class="anchor ms-1" href="#keine-besseren-menschen"></a></h2>
<p>Ich fahre los und werde auf der Hauptstraße trotz Gegenverkehr von einem Polizeiauto ziemlich knapp überholt. Ich verkneife es mir, wie sonst immer, hinterher zu winken. Dann kommt mir der Gedanke, dass dieser Fahrer ja kein besserer Mensch sein muss als alle anderen, nur weil er in solch einem Auto sitzt. Das beruhigt mich irgendwie.</p>

<h2 id="weg-vom-rhein-und-zurück" data-numberify>Weg vom Rhein… und zurück…<a class="anchor ms-1" href="#weg-vom-rhein-und-zurück"></a></h2>
<p>Dann fahre ich weiter Richtung Bad-Breisig, aber nicht mehr am Rhein entlang sondern durchs Land.</p>
<p>Der Weg führt mich auf einen &ldquo;kleinen Berg&rdquo; hinauf und oben angekommen bin ich sehr froh, hierher gefahren zu sein. Es ist zwar sehr anstrengend, vor allem, weil ich ziemlich kraftlos bin, aber es ist dennoch schön, weil es nicht immer eben ist.</p>
<p>Nach ein paar Kilometern geht es dann wieder zurück zum Rhein und nach wenigen weiteren Kilometern bin ich endlich in Bad Breisig angekommen.</p>
<p>Endlich kann ich mich ausruhen und auf das Schiff warten, das mich nach Köln bringen wird. Als ich jedoch den Preis sehe, überlege ich ernsthaft, ob ich mir das leisten möchte/soll. Circa 45 Euro bis nach Köln. Das ist für meine Verhältnisse wirklich sehr teuer. Die Fahrt dauert ungefähr 3 Stunden.</p>
<p>Ich telefoniere mit einem Menschen und lasse mich lange überreden, die Fahrt als Geschenk anzunehmen :)</p>
<p>Ich mache eine sehr lange Pause und bevor das Schiff ankommt, fahre ich noch zu einer nahe gelegenen Tankstelle, um mich mit Wasser zu versorgen; hier habe ich leider keine Menschen gesehen, die ich nach Wasser hätte fragen können.</p>

<h2 id="mit-dem-schiff-nach-köln" data-numberify>Mit dem Schiff nach Köln<a class="anchor ms-1" href="#mit-dem-schiff-nach-köln"></a></h2>
<p>Per Rampe kommt man auf das Schiff drauf, auch mit dem Fahrrad ist das kein Problem. Es sind auch noch andere Fahrradmenschen da.</p>
<p>Wir werden angewiesen, die Fahrräder in der hinteren Hälfte des Schiffs abzustellen und dann in den vorderen Teil zu gehen. Ich bezahle an der Kasse noch mein Ticket und erfahre von dem Menschen vor mir zufällig, dass es einen besonderen Bonus für mich gibt und ich bezahle weniger als gedacht :)</p>
<p>Hier zur Erinnerung ein Fotos meines Tickets:</p>
 <figure class="image-caption"><a href="images/schiffsticket.jpg"><picture>
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<p>Jetzt könnte ich mich oben auf das Schiff setzen und die Aussicht genießen. Aber erstens habe ich sowas schon vor vielen Jahren mal gemacht und kenne es. Zweitens sind da oben viele, viele Menschen. Und drittens möchte ich das Fahrrad mit Gepäck nicht unbeaufsichtigt lassen. Ich beschließe, beim Rad zu bleiben und habe damit für die nächsten drei Stunden der gesamten Fahrt bis nach Köln das halbe Schiff für mich alleine. Denn hier hinten wird weder bedient noch verirrt sich jemand hierher.</p>
<p>Seit dem Start meiner &ldquo;Radreise&rdquo; ist das hier die erste Zeit, in der nicht massenhaft Menschen um mich herum sind. Herrlich. Der Boden vibriert ständig und knarrt vor sich hin. Ich lege mich wieder mitten im Raum auf den Boden und genieße die Fahrt. Zwischendurch schalte ich den Laptop ein und mache Notizen.</p>
<p>Bei jedem Halt des Schiffs wird die Ruhe (vor Menschen) kurz gestört durch neue Menschen, die schnell ihr Fahrrad hier abstellen.</p>
<p>Später nehmen ein paar Mitarbeiter ihre Nahrung im hinteren Teil des Schiffs zu sich.</p>
<p>Hier ein paar Bilder vom hinteren Schiffsteil:</p>
 <figure class="image-caption"><a href="images/radreisen__vom_schwarzwald_nach_koeln__dritter_tag_schiffsfahrt_1.jpg"><picture>
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 <figure class="image-caption"><a href="images/radreisen__vom_schwarzwald_nach_koeln__dritter_tag_schiffsfahrt_2.jpg"><picture>
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 <figure class="image-caption"><a href="images/radreisen__vom_schwarzwald_nach_koeln__dritter_tag_schiffsfahrt_5.jpg"><picture>
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<p>Und noch ein kurzes Video für mich:</p>

<figure class="shortcode-video">
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    </video>

<figcaption>Schiffsfahrt nach Köln (<a href="https://f.natenom.de/nidx/shv/reisen/2016_reise_nach_koeln_schiffsfahrt_nach_koeln.mp4">Link zum Video</a>)</figcaption>
</figure>


<h2 id="köln" data-numberify>Köln<a class="anchor ms-1" href="#köln"></a></h2>
<p>Mit etwas Verspätung kommt das Schiff in Köln an. Ich werde abgeholt von der Person, die mir die Fahrt gesponsert hat und zu ihrer Wohnung sind es noch etwa 10 km mit dem Fahrrad.</p>
<p>Hier werde ich mit einer Abendmahlzeit meiner Wahl bekocht und bekomme auch einen Nachtisch :)</p>
 <figure class="image-caption"><a href="images/kagube_in_koeln_1.jpg"><picture>
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<p>Schnell noch drei Fotos gemacht und dann gehts auch schon schlafen; der Zug morgen wird ziemlich früh abfahren.</p>
 <figure class="image-caption"><a href="images/kagube_in_koeln_2.jpg"><picture>
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 <figure class="image-caption"><a href="images/kagube_in_koeln_3.jpg"><picture>
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<h2 id="bilanz" data-numberify>Bilanz<a class="anchor ms-1" href="#bilanz"></a></h2>
<p>Bilanz heute: 60 km bei einer ø-Geschwindigkeit von 18km/h und ca. 7 Stunden reiner Fahrtzeit.</p>
<p>Endlich angekommen, wenn auch nicht ganz aus eigener Kraft. Aber in drei Tagen von zuhause bis nach Köln ist auch ganz ordentlich.</p>
<p>Die Speichen haben sich heute nicht mehr gelöst.</p>
<p>Gute nacht :)</p>]]></content:encoded><enclosure url="https://natenom.de/2016/10/reisebericht-vom-schwarzwald-nach-koeln-der-dritte-tag/cover.jpg" length="529318" type="image/jpeg"/></item><item><title>Reisebericht – Vom Schwarzwald nach Köln – Der zweite Tag</title><link>https://natenom.de/2016/10/reisebericht-vom-schwarzwald-nach-koeln-der-zweite-tag/</link><pubDate>Fri, 21 Oct 2016 14:00:47 +0000</pubDate><guid>https://natenom.de/2016/10/reisebericht-vom-schwarzwald-nach-koeln-der-zweite-tag/</guid><description><![CDATA[<p>Die &ldquo;Reise&rdquo; selbst hat bereits im August 2016 stattgefunden, aber für meine Erinnerung möchte ich trotzdem all das aufschreiben, was mir aktuell noch dazu einfällt – und das sind sehr viele Details. Und auch alles was ich aus den per <a  href="/tags/osmand/">OsmAnd</a> aufgezeichneten GPX-Tracks und den wenigen Fotos herleiten kann.</p>]]></description><content:encoded><![CDATA[<p>Die &ldquo;Reise&rdquo; selbst hat bereits im August 2016 stattgefunden, aber für meine Erinnerung möchte ich trotzdem all das aufschreiben, was mir aktuell noch dazu einfällt – und das sind sehr viele Details. Und auch alles was ich aus den per <a  href="/tags/osmand/">OsmAnd</a> aufgezeichneten GPX-Tracks und den wenigen Fotos herleiten kann.</p>
<p><a  href="/2016/10/reisebericht-vom-schwarzwald-nach-koeln-der-erste-tag/">Der erste Tag der Tour ist hier beschrieben</a>.</p>

<h2 id="guten-morgen" data-numberify>Guten Morgen<a class="anchor ms-1" href="#guten-morgen"></a></h2>
<p>Ich bin lange wach, bevor die anderen Menschen aufstehen. Wieder gehe ich eine Runde im See schwimmen, danach duschen und fertig machen.</p>
<p>Hier ein paar Bilder vom Badesee direkt vor dem Zelt:</p>
 <figure class="image-caption"><a href="images/radreisen__vom_schwarzwald_nach_koeln__zweiter_tag_campingplatz_3.jpg"><picture>
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 <figure class="image-caption"><a href="images/radreisen__vom_schwarzwald_nach_koeln__zweiter_tag_campingplatz_4.jpg"><picture>
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 <figure class="image-caption"><a href="images/radreisen__vom_schwarzwald_nach_koeln__zweiter_tag_campingplatz_5.jpg"><picture>
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<h2 id="schöner-campingplatz" data-numberify>Schöner Campingplatz<a class="anchor ms-1" href="#schöner-campingplatz"></a></h2>
<p>Der Campingplatz gefällt mir insgesamt gut. Die sanitären Einrichtungen sind altbacken aber voll funktionsfähig und das ist schließlich das Wichtigste. Der Platz wirkt auf mich ziemlich gemütlich.</p>

<h2 id="fitness" data-numberify>Fitness<a class="anchor ms-1" href="#fitness"></a></h2>
<p>Habe gut geschlafen, erholt bin ich allerdings noch nicht. Die 120 km am Vortag waren zu viel und ich bin zu schnell gefahren. Daher beschließe ich, statt der geplanten Tagesetappe von 140 km, einen näher gelegenen Campingplatz anzusteuern.</p>
<p>Ersteinmal werden aber noch Fotos gemacht:</p>
 <figure class="image-caption"><a href="images/radreisen__vom_schwarzwald_nach_koeln__zweiter_tag_campingplatz_1.jpg"><picture>
                <source type="image/webp" srcset="/2016/10/reisebericht-vom-schwarzwald-nach-koeln-der-zweite-tag/images/_hu33f10566efa8e44ee34b22738ce76be4_785051_de6bb070c36eb6e0bde90c08676fcd59.webp 360w,/2016/10/reisebericht-vom-schwarzwald-nach-koeln-der-zweite-tag/images/_hu33f10566efa8e44ee34b22738ce76be4_785051_4647d47c1956294c5e84b009f46dd83a.webp 500w,/2016/10/reisebericht-vom-schwarzwald-nach-koeln-der-zweite-tag/images/_hu33f10566efa8e44ee34b22738ce76be4_785051_6753566226966a03ced027d92c6028d9.webp 816w, /2016/10/reisebericht-vom-schwarzwald-nach-koeln-der-zweite-tag/images/_hu33f10566efa8e44ee34b22738ce76be4_785051_5fc18fee639e05a81ea0fbc391bffb95.webp 1632w"
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 <figure class="image-caption"><a href="images/radreisen__vom_schwarzwald_nach_koeln__zweiter_tag_campingplatz_2.jpg"><picture>
                <source type="image/webp" srcset="/2016/10/reisebericht-vom-schwarzwald-nach-koeln-der-zweite-tag/images/_hu33f10566efa8e44ee34b22738ce76be4_888245_bafca83d503e51e5490cb270b5b01f76.webp 360w,/2016/10/reisebericht-vom-schwarzwald-nach-koeln-der-zweite-tag/images/_hu33f10566efa8e44ee34b22738ce76be4_888245_a4a5fd7fd2147e89fa1af6483552a6a0.webp 500w,/2016/10/reisebericht-vom-schwarzwald-nach-koeln-der-zweite-tag/images/_hu33f10566efa8e44ee34b22738ce76be4_888245_1b6bf25719b3269a0fc42d39a118dcad.webp 816w, /2016/10/reisebericht-vom-schwarzwald-nach-koeln-der-zweite-tag/images/_hu33f10566efa8e44ee34b22738ce76be4_888245_d5ce745701940afde9c88bceacb75bc5.webp 1632w"
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<h2 id="campingplatzsuche" data-numberify>Campingplatzsuche<a class="anchor ms-1" href="#campingplatzsuche"></a></h2>
<p>Danach schaue mir potenzielle Ziele auf dem Laptop an.</p>
<p>Währenddessen spricht mich die &ldquo;Zelt-Nachbarin&rdquo; an, die mit Freundin und Fahrrad unterwegs ist, allerdings in aus meiner aktuellen Sicht sehr kleinen Etappen von maximal 60km pro Tag. Und sie fahren in die entgegen gesetzte Richtung. Beide kommen von dort, wo ich heute hin möchte.</p>
<p>Mir wird ein Campingplatz in 100 km Entfernung empfohlen, den ich mir als Tagesziel setze.</p>

<h2 id="und-los" data-numberify>Und los<a class="anchor ms-1" href="#und-los"></a></h2>
<p>Ich stelle erst noch das Zelt in die Sonne und es trocknet ziemlich schnell. Nach dem Packen geht es los um ca. 9 Uhr. Ich nehme mir vor auf dem Weg eine Möglichkeit zum Frühstücken zu finden. Denn aus meinem Plan, selbst Frühstück zu machen, ist wieder nichts geworden.</p>

<h2 id="route" data-numberify>Route<a class="anchor ms-1" href="#route"></a></h2>
<p>Über Biblis und anschließend durch das Naturschutzgebiet &ldquo;Knoblochsaue&rdquo; bei Stockstadt am Rhein geht es nach Norden bis nach Leeheim.</p>
<p>Ich sehe auf dem Weg dorthin ein paar geöffnete Bäckereien, will aber erst später frühstücken. Dann ist es aber zu spät, denn ich finde nichts mehr. In Leeheim angekommen frage ich Menschen an der Straße nach einer Möglichkeit, etwas zu essen zu bekommen. Sie beschreiben mir einen Weg aber anscheinend habe ich etwas übersehen und finde die Wirtschaft nicht.</p>
<p>Dann geht es in Richtung Rheindamm, vorbei an einem Badesee. Ich hätte Lust, etwas schwimmen zu gehen, aber ich habe heute noch viel vor.</p>

<h2 id="sonntagsfahrer" data-numberify>Sonntagsfahrer<a class="anchor ms-1" href="#sonntagsfahrer"></a></h2>
<p>Hier am Rheindamm sind unglaublich viele Fahrradfahrer unterwegs. Die Sonne scheint und der Himmel ist frei und blau.</p>
<p>Wenige hundert Meter vor mir fällt mir ein Rennradfahrer auf und ich habe den Eindruck, dass ich ihn einholen könnte, weil er langsam zu fahren scheint. Mich packt der Ehrgeiz und ich gebe Gas. Nach ein paar Minuten und Kilometern habe ich ihn eingeholt und fahre mit vollgepacktem Rad mit 30 km/h an ihm vorbei und lasse ihn weit hinter mir!</p>
<p>Ich frage mich dabei, wozu man so ein schönes und leichtes Rennrad hat, wenn man dann mit 20 km/h über die Lande fährt. Ich gehe nicht davon aus, dass er nur eine kleine &ldquo;Tretpause&rdquo; gemacht hat, dafür habe ich ihn zu lange beobachtet.</p>

<h2 id="pause" data-numberify>Pause<a class="anchor ms-1" href="#pause"></a></h2>
<p>Nach 2,5 Stunden und 40 km mache ich am Rheindamm bei Hessenaue eine Pause, stelle mein Rad ab, packe ein paar Sachen zum Essen aus, mache mir Musik an und lege mich auf den Boden. Wie sonst auch, wenn ich unterwegs bin.</p>
<p>Das mögen die Menschen gar nicht; immer wieder halten Leute und fragen mich, ob alles in Ordnung sei oder rufen mir zu.</p>
<p>Einerseits beruhigend, dass so viele Menschen reagieren, andererseits aber auch merkwürdig, dass sie das nicht nachvollziehen können, dass man sich einfach mal hinlegt.</p>
<p>Hier entstehen wieder ein paar Fotos:</p>
 <figure class="image-caption"><a href="images/radreisen__vom_schwarzwald_nach_koeln__zweiter_tag_hessenaue_rheindamm_1.jpg"><picture>
                <source type="image/webp" srcset="/2016/10/reisebericht-vom-schwarzwald-nach-koeln-der-zweite-tag/images/_hu33f10566efa8e44ee34b22738ce76be4_733779_c75d6153a02f6d7bf7600a270b03e13a.webp 360w,/2016/10/reisebericht-vom-schwarzwald-nach-koeln-der-zweite-tag/images/_hu33f10566efa8e44ee34b22738ce76be4_733779_191fed61f747a158f51c3b2f32acb5c9.webp 500w,/2016/10/reisebericht-vom-schwarzwald-nach-koeln-der-zweite-tag/images/_hu33f10566efa8e44ee34b22738ce76be4_733779_72f9683c4badc59c0c31e70933af483d.webp 816w, /2016/10/reisebericht-vom-schwarzwald-nach-koeln-der-zweite-tag/images/_hu33f10566efa8e44ee34b22738ce76be4_733779_e2e48862efc4be57db37fe72df2f508a.webp 1632w"
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 <figure class="image-caption"><a href="images/radreisen__vom_schwarzwald_nach_koeln__zweiter_tag_hessenaue_rheindamm_2.jpg"><picture>
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 <figure class="image-caption"><a href="images/radreisen__vom_schwarzwald_nach_koeln__zweiter_tag_hessenaue_rheindamm_3.jpg"><picture>
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<p>Nach ca. 40 Minuten geht es weiter. Zwischenzeitlich hat mich der Sonntagsfahrer eingeholt :P</p>

<h2 id="wasser-unterwegs" data-numberify>Wasser unterwegs<a class="anchor ms-1" href="#wasser-unterwegs"></a></h2>
<p>Es ist an diesem Tag wieder sehr heiss und mein Wasserverbrauch entsprechend hoch. So viel Wasser kann und will ich nicht beim Start mitnehmen. Deshalb frage ich immer wieder Menschen, die in ihren Gärten sitzen, ob sie mir bitte meine Wasserflaschen auffüllen könnten. Niemand hat bisher verneint und alle scheinen froh zu sein, dass sie helfen konnten. Danke dafür :)</p>

<h2 id="alles-flach" data-numberify>Alles flach<a class="anchor ms-1" href="#alles-flach"></a></h2>
<p>Ich vermisse übrigens schon seit gestern das eigentlich für mich gewohnte Auf und Ab beim Radfahren. Hier ist alles flach. Der einzige &ldquo;Berg&rdquo;, den man hochfahren muss, ist entweder eine Auffahrt auf einen Damm oder auf eine Brücke.</p>
<p>Ich bin es gewöhnt, dass man zwar oft den Berg hoch muss, sich dann aber auch Kilometer-weit rollen lassen kann. Hier im Flachland ist das anders. Wenn man nicht kontinuierlich tritt, dann kommt man nicht voran. Ich empfinde das als demotivierend. Ausserdem verleitet es mich dazu, trotz der Erfahrungen von gestern, schneller zu fahren, als es sinnvoll wäre.</p>

<h2 id="mittagszeit" data-numberify>Mittagszeit<a class="anchor ms-1" href="#mittagszeit"></a></h2>
<p>Passend zur Mittagszeit sehe ich bei Kilometer 73 und 5 Stunden Fahrtzeit einen mit Menschenmassen überfüllten Campingplatz mit nebenstehender Freiluftwirtschaft neben der Radstrecke. Ich entschließe mich dazu, hier etwas zu essen. Doch die Auswahl ist riesig und ich brauche lange, bis ich etwas gefunden habe; Currywurst mit Pommes.</p>

<h2 id="ufo" data-numberify>Ufo<a class="anchor ms-1" href="#ufo"></a></h2>
<p>In dieser &ldquo;Wirtschaft&rdquo; sehe ich etwas, das mir ganz neu ist. Man bezahlt das Essen und bekommt einen kleinen, mit LEDs besetzten Gegenstand an der Kasse. Ich weiß nichts damit anzufangen und frage nach.</p>
<p>Man erklärt mir, dass dieses Ding anfangen würde zu blinken und zu vibrieren, wenn ich an der Essensausgabe mein bezahlten Essen abholen könne. Nett…</p>
<p>Ich suche mir einen etwas von den Menschenmassen entfernten Baum und esse gemütlich.</p>

<h2 id="weiter" data-numberify>Weiter…<a class="anchor ms-1" href="#weiter"></a></h2>
<p>Ca. eine Stunde fahre ich weiter in Richtung Bingen. Dort sehe ich einen kleinen Eisstand und gönne mir einen Eisbecher und dann noch einen. Ich bin schon ziemlich fertig und freue mich auf die baldige Ankunft am geplanten Campingplatz.</p>
<p>Von Bingen aus fährt man immer mehr oder weniger dicht am Rhein entlang.</p>
<p>Als ich nach fast neun Stunden und 106 km endlich total erschöpft ankomme, ist mir der Campingplatz auf Anhieb antipathisch. Ich bestelle mir aber trotzdem noch Currywurst mit Pommes und überlege, welche alternativen Campingplätze es gibt.</p>

<h2 id="nächster-campingplatz" data-numberify>Nächster Campingplatz<a class="anchor ms-1" href="#nächster-campingplatz"></a></h2>
<p>Der nächste Campingplatz ist der ursprünglich eingeplante in Osterpai und noch knapp 30 km entfernt. Ich rechne mir meine Chancen aus, noch bei Tageslicht dort anzukommen. Und die Pforte hat auch nicht ewig geöffnet. Da ich definitiv nicht hier bleiben möchte, fahre ich total ermüdet los und überlege bereits, ob es nicht sinnvoll wäre, die Reise abzubrechen und am nächsten Tag mit der Bahn zurück nach Hause zu fahren.</p>
<p>Der weitere Weg ist gut zu fahren, zwar immer an der Straße und am Rhein entlang, aber dafür eben und mit gutem Belag. Nach einer halben Stunde muss ich eine Pause machen und danach geht es weiter mit einer für meinen aktuellen Zustand ziemlich hohen Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 23km/h und guter Musik auf der <a  href="/2016/08/verwendung-des-bluetooth-lautsprechers-soundcore-von-anker-fuers-radfahren/">Lautsprecherbox</a>. Zur Freude der Fahrradfahrer, die ich überhole.</p>
<p>Total erschöpft komme ich an meinem Ziel an, die Pforte wird demnächst schon geschlossen. Nach der Anmeldung suche ich mir einen passenden Zeltplatz, baue alles auf und gehe ziemlich schnell schlafen. Dieser Campingplatz ist ein Kontrastprogramm zu dem bei Biblis. Hier scheint das Prinzip der Massenabfertigung zu gelten, aber trotzdem ist es nicht unangenehm hier.</p>
<p>Die Speichen am hinteren Laufrad haben sich übrigens wieder gelockert und ich ziehe sie erneut an, dieses Mal sehr viel kräftiger als am Vortag.</p>

<h2 id="bahn-schiffe-laut" data-numberify>Bahn, Schiffe, laut…<a class="anchor ms-1" href="#bahn-schiffe-laut"></a></h2>
<p>Es ist hier nachts verdammt laut; nicht wegen der Menschen, sondern wegen der Züge, die in der Nacht sowohl linksrheinisch als auch rechtsrheinisch fahren und wegen der auf dem Rhein fahrenden Schiffe, deren tieffrequente Motoren man kilometerweit hören kann.</p>

<h2 id="bilanz" data-numberify>Bilanz<a class="anchor ms-1" href="#bilanz"></a></h2>
<p>Bilanz des heutigen Tages: 140 km bei einer ø-Geschwindigkeit von 19,99 und 07:15 Stunden reiner Fahrtzeit.</p>
<p>Statt der eigentlich für heute geplanten kürzeren Strecke bin ich noch weiter gefahren als gestern. Ich entscheide mich endgültig, dass ich am nächsten Tag mit der Bahn nach Hause fahren werde.</p>
<p>Schlaf gut…</p>
<p><a  href="/2016/10/reisebericht-vom-schwarzwald-nach-koeln-der-dritte-tag/">Hier geht es zum Bericht des dritten Tages.</a></p>]]></content:encoded><enclosure url="https://natenom.de/2016/10/reisebericht-vom-schwarzwald-nach-koeln-der-zweite-tag/cover.jpg" length="733779" type="image/jpeg"/></item><item><title>Reisebericht – Vom Schwarzwald nach Köln – Der erste Tag</title><link>https://natenom.de/2016/10/reisebericht-vom-schwarzwald-nach-koeln-der-erste-tag/</link><pubDate>Wed, 19 Oct 2016 14:16:03 +0000</pubDate><guid>https://natenom.de/2016/10/reisebericht-vom-schwarzwald-nach-koeln-der-erste-tag/</guid><description><![CDATA[<p><em><span style="color: #999999;">Die „Reise“ selbst hat bereits im August 2016 stattgefunden, aber für meine Erinnerung möchte ich trotzdem all das aufschreiben, was mir aktuell noch dazu einfällt – und das sind sehr viele Details. Und auch alles was ich aus den per <a style="color: #999999;" href="/tags/osmand/">OsmAnd</a> aufgezeichneten GPX-Tracks und den wenigen Fotos herleiten kann.</span></em></p>

<h2 id="von-anfang-an" data-numberify>Von Anfang an<a class="anchor ms-1" href="#von-anfang-an"></a></h2>
<p>Das ist meine erste <a  href="/tags/reiseberichte/">Radreise</a> überhaupt; bisher hatte ich mich nur auf Eintagestouren bis maximal 130 km Strecke gewagt.</p>
<p>Gegen ca. 07:00 Uhr fahre ich an einem Samstag von zuhause los. Es ist noch ziemlich kalt und es geht erst einmal den Berg runter in die Stadt. Dort angekommen, setze ich mich auf eine Bank und überlege, ob ich die Reise wirklich antreten soll, oder ob ich einfach wieder nach Hause fahre.</p>]]></description><content:encoded><![CDATA[<p><em><span style="color: #999999;">Die „Reise“ selbst hat bereits im August 2016 stattgefunden, aber für meine Erinnerung möchte ich trotzdem all das aufschreiben, was mir aktuell noch dazu einfällt – und das sind sehr viele Details. Und auch alles was ich aus den per <a style="color: #999999;" href="/tags/osmand/">OsmAnd</a> aufgezeichneten GPX-Tracks und den wenigen Fotos herleiten kann.</span></em></p>

<h2 id="von-anfang-an" data-numberify>Von Anfang an<a class="anchor ms-1" href="#von-anfang-an"></a></h2>
<p>Das ist meine erste <a  href="/tags/reiseberichte/">Radreise</a> überhaupt; bisher hatte ich mich nur auf Eintagestouren bis maximal 130 km Strecke gewagt.</p>
<p>Gegen ca. 07:00 Uhr fahre ich an einem Samstag von zuhause los. Es ist noch ziemlich kalt und es geht erst einmal den Berg runter in die Stadt. Dort angekommen, setze ich mich auf eine Bank und überlege, ob ich die Reise wirklich antreten soll, oder ob ich einfach wieder nach Hause fahre.</p>
<p>Dass ich gerade heute losfahre, ist mehr oder weniger spontan. Nach mehrwöchiger Vorbereitungszeit ist erst vor zwei Tagen das letzte benötigte Zubehörteil angekommen.</p>
<p>Wenn ich jetzt nicht losfahre, dann werde ich immer wieder Gründe für ein Aufschieben finden und letztlich niemals fahren.</p>

<h2 id="jetzt-aber-wirklich-8230" data-numberify>Jetzt aber wirklich &#8230;<a class="anchor ms-1" href="#jetzt-aber-wirklich-8230"></a></h2>
<p>Also los gehts :)</p>
 <figure class="image-caption"><a href="images/busch-mit-kagube.jpg"><picture>
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<p>Zum Abschied noch ein paar Fotos:</p>
 <figure class="image-caption"><a href="images/tschuess-pforzheim.jpg"><picture>
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<p>Ich fahre ziemlich flott ausschließlich Landstraßen und schon bald komme ich im Rheintal an und sehe etwas, das ich seit Jahren gar nicht mehr kenne. Flachland, soweit man sehen kann, na ja, bis auf die Hügel auf der anderen Seite des Tals Richtung Frankreich.</p>

<h2 id="laufrad-kaputt-" data-numberify>Laufrad kaputt (?)<a class="anchor ms-1" href="#laufrad-kaputt-"></a></h2>
<p>Nach ca. 50 km fällt mir an den Pedalen auf, dass diese ab einer bestimmten Geschwindigkeit ziemlich stark links/rechts ausschlagen. Ich vermute, dass das schwere Gepäck daran Schuld haben könnte. Auf einem Parkplatz schaue ich später nach, ob das Rad eine Unwucht hat, da ich heute unsanft durch ein Schlagloch gefahren bin.</p>
<p>Um unterwegs den Reifen zentrieren zu können, sind links und rechts an den Streben Kabelbinder befestigt. An diesen lässt sich kein Achter erkennen.</p>
<p>Ich überlege wieder, ob ich nicht doch umkehren soll, wenn ich bereits jetzt Probleme mit der Technik habe.</p>
<p>Nichts da, weiter gehts!</p>

<h2 id="mittagessen" data-numberify>Mittagessen<a class="anchor ms-1" href="#mittagessen"></a></h2>
<p>In Oberhausen sehe ich einen Dönerladen und entscheide mich für ein vorzeitiges Mittagessen zum Mitnehmen. Ich könnte auch vor Ort essen, aber irgendwie habe ich das Gefühl, weiterfahren zu wollen und fahre bis Rheinhausen weiter.</p>

<h2 id="rheinfähre" data-numberify>Rheinfähre<a class="anchor ms-1" href="#rheinfähre"></a></h2>
<p>Am Ende des Dorfes angekommen realisiere ich zum ersten Mal bei der Benutzung von OsmAnd überhaupt, dass es Sinn gehabt hätte den Haken bei &ldquo;Fähren vermeiden&rdquo; zu setzen, denn ich stehe am Rheinufer und eine Fähre ist dabei, gleich abzulegen. Ich frage den Fährmann und er bestätigt mir, dass diese Fähre die einzige Möglichkeit ist, auf die andere Seite zu kommen. Ein paar Euro kostet die Überfahrt für mich und mein Fahrrad.</p>
 <figure class="image-caption"><a href="images/rheinfaehre_rheinhausen-1.jpg"><picture>
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 <figure class="image-caption"><a href="images/rheinfaehre_rheinhausen-4.jpg"><picture>
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 <figure class="image-caption"><a href="images/rheinfaehre_rheinhausen-5.jpg"><picture>
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<p>Und hier noch ein kurzes Video von der Überfahrt:</p>

<figure class="shortcode-video">
    <video preload="metadata" controls>
    <source src="https://f.natenom.de/nidx/shv/reisen/2016_reise_nach_koeln_faehre_rhein.mp4" type="video/mp4" poster="">
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    </video>

<figcaption>Meine erste Fahrt mit einer Fähre. (<a href="https://f.natenom.de/nidx/shv/reisen/2016_reise_nach_koeln_faehre_rhein.mp4">Link zum Video</a>)</figcaption>
</figure>

<p>Meine erste Fahrt mit einer Fähre. Auf der anderen Rheinseite mache ich eine Pause und genieße am Rheinufer mein Mittagessen.</p>
<p>Ich sehe immer wieder niedrig fliegende Kleinflugzeuge.</p>

<h2 id="speyer" data-numberify>Speyer<a class="anchor ms-1" href="#speyer"></a></h2>
<p>Kurz darauf fahre ich am Flugplatz bei Speyer vorbei und sehe noch mehr Flugzeuge beim Start. Ich fahre weiter durch das hässlichste Industriegebiet, das ich je gesehen habe und wundere mich sehr, ob das wirklich Speyer sein soll. Eigentlich hatte ich erwartet, dass das eine schöne Stadt wäre.</p>
<p>In der Innenstadt angekommen setze ich mich auf eine Bank und bin total fertig. Innerhalb von nur ca. 4 Stunden habe ich 65 km geschafft. Doch die Strecke war zu lang und vor allem bin ich zu schnell gefahren. Ich überlege wieder, ob ich nicht doch zurückfahre; noch wäre es möglich.</p>
<p>Mittlerweile ist es heiß geworden. Ich sitze übrigens am Domplatz, hinter mir steht der <a  class='urlextern'  href="https://de.wikipedia.org/wiki/Speyerer_Dom">Dom zu Speyer</a> und vor mir das <a  class='urlextern'  href="https://de.wikipedia.org/wiki/Historisches_Museum_der_Pfalz">Historische Museum der Pfalz</a>, aber Sightseeing interessiert mich generell nicht.</p>
<p>Nach einer halben Stunde fahre ich weiter in Richtung Biblis, das sind noch ca. 60 km.</p>

<h2 id="schöner-turm-in-mutterstadt" data-numberify>Schöner Turm in Mutterstadt<a class="anchor ms-1" href="#schöner-turm-in-mutterstadt"></a></h2>
<p>Nach ein paar weiteren Kilometern fahre ich durch Mutterstadt und mir fällt ein schöner bunter <a  class='urlextern'  href="http://www.mutterstadt.de/gv_mutterstadt/Gemeinde/Rundgang/Der%20Wasserturm/">Wasserturm</a> auf. Der sieht fantastisch aus mit dem blauen und leicht bewölkten Himmel darüber.</p>
 <figure class="image-caption"><a href="mutterstadt_wasserturm_1.jpg"><picture>
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 <figure class="image-caption"><a href="mutterstadt_wasserturm_2.jpg"><picture>
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<h2 id="worms" data-numberify>Worms<a class="anchor ms-1" href="#worms"></a></h2>
<p>Nach ca. acht Stunden und 104 Kilometern komme ich ziemlich erschöpft in Worms an. Es ist verdammt heiß und ich müsste essen, um nicht gleich umzufallen.</p>
<p>Ich bin an mehreren großen Läden vorbeigefahren aber einkaufen mit vollem Gepäck ist sehr umständlich. Man muss alles vom Rad nehmen und dann alle Packtaschen durch den Laden schleppen oder im Einkaufswagen mitnehmen. Das Ab- und Aufladen dauert immer extrem lange und so verschiebe ich Einkäufe gerne auf später.</p>
<p>Sinnvoll war das heute nicht. In Worms bin ich an den falschen Ecken unterwegs und finde keinen Schnellimbiss oder etwas Vergleichbares.</p>
<p>Also setze ich mich wieder auf den Gehsteig neben mein Fahrrad, lege mich auch kurz hin und esse etwas Obst. Ich habe Kopfschmerzen und würde gerne direkt einschlafen.</p>
<p>Nach ein paar Minuten steige ich wieder auf mein Fahrrad und mache mich auf in Richtung Campingplatz, es ist nicht mehr weit.</p>
<p>Mittlerweile ist selbst das Treten auf ebener Strecke sehr anstrengend geworden.</p>
<p>Daher mache ich an der Brücke bei Worms über den Rhein wieder eine kurze Pause. Auch hier lege ich mich auf den großen Vorplatz.</p>
 <figure class="image-caption"><a href="images/worms.jpg"><picture>
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<p>Von hier aus sind es noch wenige Kilometer bis zum <a  class='urlextern'  href="http://www.freyzeit-campingpark.de/">Campingplatz in Wattenheim bei Biblis</a>.</p>
<p>Nur noch wenige Kilometer vor dem Campingplatz spreche ich einen Menschen an, der gerade vor seinem Haus steht und mit einem Schlauch irgendwas sauber macht und bitte ihn, ob er nicht noch ein bisschen Obst für mich hat. Er geht ins Haus und bringt mir mehrere reife Bananen :) Das gibt wieder etwas Energie für den Rest der Strecke.</p>

<h2 id="campingplatz" data-numberify>Campingplatz<a class="anchor ms-1" href="#campingplatz"></a></h2>
<p>Am Campingplatz angekommen, werde ich freundlich begrüßt und kurz über den Platz geführt. Dann baue ich mein Zelt auf, bitte zwei Dauercamper darum, einen Blick auf meine Sachen zu werfen während ich weg bin. Dann fahre ich nach Biblis, um für heute Abend, es ist Samstag, und für den Sonntag einzukaufen.</p>
<p>Als ich vom Einkauf zurückkomme ist es ca. 19:00 Uhr. Vor der Reise hatte ich mir vorgenommen, abends immer ein richtiges Abendessen zuzubereiten, aber das erspare ich mir. Denn ich bin zu müde und begnüge mich deshalb mit ungesunder Kost aus dem Supermarkt. Am liebsten würde ich direkt vor dem Zelt auf der Isomatte einschlafen.</p>
<p>121 km bin ich heute gefahren in 11 Stunden (inklusive Pausen).</p>
<p>Ich schaue mir aber noch kurz mein Fahrrad an und bemerke, dass mindestens 5 Speichen ganz locker sind. Das war also der Grund für das Wabbeln des Fahrrads.</p>
<p>Mit einem Speichenschlüssel und ein bisschen Übung kann ich die Speichen festziehen, ohne einen Achter zu produzieren. Es bleiben Bedenken, ob sie sich wieder lösen können. Mich wundert, dass trotz loser Speichen das Laufrad bei der Kontrolle heute mittag immer noch zentriert war.</p>

<h2 id="schwimmen" data-numberify>Schwimmen<a class="anchor ms-1" href="#schwimmen"></a></h2>
<p>Nachdem das Rad versorgt und im Zelt alles gerichtet ist, gehe ich noch für wenige Minuten im See schwimmen. Es ist schon dunkel und der See ist nur 20 Meter von meinem Zelt entfernt.</p>
<p>Der See ist ungewöhnlich für mich, da ich sonst immer im Hallenbad schwimme. Ich habe Bedenken mit Bewohnern des Sees konfrontiert zu werden. Ein bisschen unheimlich. Daher schwimme ich nur wenige Minuten. Interessant finde ich, dass sich das Wasser wärmer anfühlt als das, was ich von einem der Freibäder zuhause kenne.</p>

<h2 id="gute-nacht" data-numberify>Gute Nacht<a class="anchor ms-1" href="#gute-nacht"></a></h2>
<p>Danach duschen und schlafen. Trotz Ohrstöpsel habe ich noch einige Zeit die feiernde Gesellschaft am anderen Ufer des Sees vernommen, dann wurde es ruhig …</p>
<p><a  href="/2016/10/reisebericht-vom-schwarzwald-nach-koeln-der-zweite-tag/">Hier geht es zum Bericht des zweiten Tages der Radreise</a></p>]]></content:encoded><enclosure url="https://natenom.de/2016/10/reisebericht-vom-schwarzwald-nach-koeln-der-erste-tag/mutterstadt_wasserturm_3-cover.jpg" length="676593" type="image/jpeg"/></item><item><title>Radreise zum Bodensee – zweiter Tag – alles nass – Ende der Tour und ein beschwerlicher Rückweg</title><link>https://natenom.de/2016/09/radreise-zum-bodensee-zweiter-tag-alles-nass-ende-der-tour-und-ein-beschwerlicher-rueckweg/</link><pubDate>Tue, 20 Sep 2016 16:10:51 +0000</pubDate><guid>https://natenom.de/2016/09/radreise-zum-bodensee-zweiter-tag-alles-nass-ende-der-tour-und-ein-beschwerlicher-rueckweg/</guid><description><![CDATA[<p>Es ist 00:19 Uhr; ich wälze mich seit Stunden auf der Isomatte und kann nicht schlafen. Ich packe meinen Laptop aus schreibe meine Gedanken auf. Nach einer Weile mache ich den Laptop aus und versuche wieder zu schlafen; ohne Erfolg.</p>

<h2 id="aufstehen" data-numberify>Aufstehen…<a class="anchor ms-1" href="#aufstehen"></a></h2>
<p>Irgendwann gegen 06:xx Uhr fühlt es sich an, als würde mir gleich das Einschlafen gelingen, da merke ich wie es von oben tropft. Das Zelt ist nach neun bis zehn Stunden Dauerregen durchlässig geworden. Das war es wohl schon vorher, aber an anderen Stellen. Denn als ich meine Sachen packe, merke ich, dass der Schlafsack aussen und die Isomatte unten nass sind.</p>]]></description><content:encoded><![CDATA[<p>Es ist 00:19 Uhr; ich wälze mich seit Stunden auf der Isomatte und kann nicht schlafen. Ich packe meinen Laptop aus schreibe meine Gedanken auf. Nach einer Weile mache ich den Laptop aus und versuche wieder zu schlafen; ohne Erfolg.</p>

<h2 id="aufstehen" data-numberify>Aufstehen…<a class="anchor ms-1" href="#aufstehen"></a></h2>
<p>Irgendwann gegen 06:xx Uhr fühlt es sich an, als würde mir gleich das Einschlafen gelingen, da merke ich wie es von oben tropft. Das Zelt ist nach neun bis zehn Stunden Dauerregen durchlässig geworden. Das war es wohl schon vorher, aber an anderen Stellen. Denn als ich meine Sachen packe, merke ich, dass der Schlafsack aussen und die Isomatte unten nass sind.</p>
<p>Ich packe schnell meine Sachen zusammen und ziehe währenddessen meine komplette Regenmontur an: Regenjacke, Regenhose, Helmüberzug, <a  href="https://wiki.natenom.de/docs/fahrrad/kleidung/handschuhe/#gore-bike-wear-universal-gt-thermo">wasserdichte Handschuhe</a> und <a  href="https://wiki.natenom.de/docs/fahrrad/kleidung/ueberschuhe/">Regenüberschuhe</a>.</p>
<p>Dann packe ich noch das komplett durchnässte <a  href="https://wiki.natenom.de/docs/fahrrad/touren/zubehoer/sonstiges/zelt/">Zelt</a> ein.</p>
<p>Los gehts während es immer noch regnet, aber nicht weiter zum Bodensee, wie ursprünglich geplant, sondern zurück nach Hause. Mit durchnässten Sachen lässt es sich nicht gut campen und trocken bekomme ich die an so einem Tag nicht mehr. Es ist Dauerregen bis zum Abend angesagt.</p>
<p>Total demotiviert folge ich dem Navi, und stehe nach wenigen Metern wieder vor Treppen; aber nur, weil ich zu doof bin und ein paar Meter weiter die Straße nicht sehe, die das Navi eigentlich meint :P</p>
<p>Ca. 11 Kilometer fahre ich bis zu einer Kleinstadt. Zweimal wäre ich dabei beinahe auf einer Kraftfahrstraße gelandet…</p>

<h2 id="weiter-mit-dem-zug-" data-numberify>Weiter mit dem Zug :)<a class="anchor ms-1" href="#weiter-mit-dem-zug-"></a></h2>
<p>In der Kleinstadt Frommern sehe ich eine Bahnhaltestelle und entscheide mich kurzfristig, mit der Regionalbahn bis nach <a  class='urlextern'  href="https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCbingen">Tübingen</a> zu fahren.</p>
<p>Ich kaufe ein normales Ticket für mich und eines für mein Fahrrad; später wird mir die freundliche Zugbegleiterin sagen, dass Sonntags ab 09:00 Uhr das Fahrradticket unnötig gewesen wäre; aber davor hätte es vermutlich 60 € Strafe gekostet, wenn ich keines gezogen hätte und beim Kauf gab es auch keine Info diesbezüglich.</p>
<p>An der Bahnhaltestelle gibt es ein interessantes Schild mit zwei Tastern darunter, die man eigentlich von Fußgängerüberwegen kennt. Je Richtung ein Taster. Da die Bahn hier nur bei Anforderung hält, muss man einen der Taster betätigen, wenn man mit will.</p>
 <figure class="image-caption"><a href="fahrrad-am-bahnhaltestelle-cover.jpg"><picture>
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<p>Interessanterweise sieht man das Schild nicht, wenn man in der Wartezone sitzt oder sich ein Ticket kauft, sondern erst, wenn man direkt am Gleis steht und sich umdreht. Da war wohl wieder der schlaue Fuchs vom <a  href="/2016/09/radreise-zum-bodensee-erster-tag-streckenprobleme-navigationssoftware-bergaufstieg-bremsversagen/">Campingplatz</a> am Werk :P</p>
<p>Der Zug ist da und der Einstieg gestaltet sich dank breiter Türen sehr einfach.</p>

<h2 id="umsteigen-mit-dem-rad8230" data-numberify>Umsteigen mit dem Rad&#8230;<a class="anchor ms-1" href="#umsteigen-mit-dem-rad8230"></a></h2>
<p>Von Tübingen aus wäre ich gerne mit der Regionalbahn bis nach Herrenberg weitergefahren. Aber der entsprechende Zug hatte sehr enge Türen und ein Einstieg ist dann sehr stressig für mich, denn man muss alle Packtaschen vom Fahrrad abnehmen, erst das Rad einladen, dann die Taschen. Und zwischendurch steigen Menschen ein und aus. Dabei habe ich immer die Befürchtung, dass der Zug schon losfahren könnte.</p>
<p>Dass das keine unbegründete Befürchtung ist, habe ich bei meiner vorherigen Radreise beobachten dürfen: Da ging auf einmal die Türe des Waggons zu, als eine Mutter und ihr junger Sohn dabei waren, das zweite Rad aus dem Zug zu holen und der Sohn musste sich mehrmals mit vollem Gewicht gegen die Türe stemmen.</p>
<p>Sie machten auf sich aufmerksam, die Zubegleiterin zwei Waggons weiter vorne bekam es mit und konnte Schlimmeres verhindern. Als die beiden dann alles aus dem Zug ausgepackt hatten, schlossen sich die Türen und der Zug fuhr los, ohne Zugbegleiterin, die noch draußen stand. Diese schrie nach vorne und der Zug blieb nach ein paar Metern wieder stehen, sie konnte einsteigen und nach wenigen Minuten fuhr der Zug dann weiter.</p>

<h2 id="etappenziele" data-numberify>Etappenziele<a class="anchor ms-1" href="#etappenziele"></a></h2>
<p>Um mir die knapp 60km bis nach Hause zu erleichtern, entscheide ich mich, die anstehende Strecke in psychologisch aushaltbare Teiletappen aufzusplitten. Ausserdem bin ich ziemlich unausgeschlafen und kraftlos. Dreimal ~20km nacheinander sehen auf dem Display schöner aus als einmal 60km :)</p>

<h2 id="erste-psychologische-etappe" data-numberify>Erste psychologische Etappe<a class="anchor ms-1" href="#erste-psychologische-etappe"></a></h2>
<p>Die erste Etappe führt mich von Tübingen nach <a  class='urlextern'  href="https://de.wikipedia.org/wiki/Herrenberg">Herrenberg</a>, das sind ca. 20km. Wegen der Erfahrungen mit dem Navi von gestern wähle ich dieses mal <a  class='urlextern'  href="http://wiki.openstreetmap.org/wiki/YOURS">YOURS</a> als Service für die Streckenberechnung in OsmAnd; dafür benötigt man eine Internetverbindung.</p>
<p>Ersteinmal läuft alles gut, aber dann – das Schild zeig 12km bis Herrenberg – führt mich das Navi weg von der Bundesstraße auf einen geschotterten Feldweg und nach ein paar hundert Metern wird der Schotter plötzlich sehr grob, sodass ich meinen schmalen Tourenreifen nicht mehr fahren kann; also schiebe ich wieder.</p>
<p>Irgendwann wird der Weg wieder befahrbar aber dann nach wenigen hundert Metern hört der Feldweg auf und ich soll nach links abbiegen. Okay, man kann da schon einen Weg erahnen und mit dem Pferd geht das bestimmt, denn es ist ein zugewachsener, matschiger, ehemaliger Feldweg. Ich schiebe wieder und empfinde eine Mischung aus Wut auf das Navi (auch <a  href="/2016/09/radreise-zum-bodensee-erster-tag-streckenprobleme-navigationssoftware-bergaufstieg-bremsversagen/">wegen gestern</a>) und aus totaler Frustration, weil ich bestimmt schon in Herrenberg angekommen wäre, wenn mich das Navi nicht von der Bundesstraße gelotst hätte.</p>
<p>Nach circa 2 Kilometern Schieben komme ich endlich auf einen befahrbaren Feldweg. Mein Fahrrad ist total eingesaut, meine Radschuhe und Socken sind durchnässt, denn ich fahre mit <a  href="https://wiki.natenom.de/docs/fahrrad/zubehoer/klickpedale/">Klickpedalen</a> und die Schuhe sind deshalb an der Sohle undicht. Das spielt während der Fahrt keine Rolle, ist aber problematisch, wenn man durch nasses Gras läuft.</p>
<p>Wenig später fahre ich in Herrenberg ein und will irgendwo etwas essen gehen. Da ich mich nicht für ein bestimmtes Restaurant entscheiden kann, lasse ich das sein.</p>

<h2 id="autostraße-vs-fahrradweg" data-numberify>Autostraße vs. Fahrradweg<a class="anchor ms-1" href="#autostraße-vs-fahrradweg"></a></h2>
<p>Auf dieser Etappe wird mir übrigens sehr deutlich, was mir schon öfter an anderen Strecken aufgefallen ist: Während &ldquo;Autostraßen&rdquo;; ebenerdig verlaufen oder meist nur eine minimale Steigung oder ein Gefälle haben, sind die &ldquo;Fahrradwege&rdquo;, die parallel dazu verlaufen, oftmals ein stetiges Auf und Ab und das manchmal auch mit extremer Steigung.</p>
<p>Auf dem Weg nach Herrenberg fällt das besonders auf, weil die Bundesstraße fast immer abschüssig aussieht, während ich mehrere &ldquo;Hügel&rdquo; erklimmen muss. Auch das ist sehr frustrierend. Beim nächsten Mal werde ich trotz vorhandener Radwege immer auf die Straße ausweichen, zumindest wenn ich schnell nach Hause kommen möchte.</p>

<h2 id="zweite-psychologische-etappe" data-numberify>Zweite psychologische Etappe<a class="anchor ms-1" href="#zweite-psychologische-etappe"></a></h2>
<p>Von Herrenberg aus führt die zweite Etappe mich erneut ca. 20km bis nach <a  class='urlextern'  href="https://de.wikipedia.org/wiki/Althengstett">Althengstett</a>.</p>
<p>Kurz vor dem Etappenziel komme ich auf die Idee, dass ich wasserdichte Socken in meinem Gepäck habe und ziehe mich um; und sofort wird es sehr viel angenehmer.</p>
<p>Meine <a  href="https://wiki.natenom.de/docs/fahrrad/kleidung/handschuhe/#gore-bike-wear-universal-gt-thermo">Handschuhe</a> sind schon seit Stunden durchnässt, obwohl sie wasserdicht sein sollten. Ich packe sie ein und fahre ohne Handschuhe weiter. Der Rest meiner Regensachen hält, was die Hersteller versprechen.</p>
<p>Weil ich nicht ohne Bilder von der Strecke nach Hause kommen möchte, halte ich kurz vor Althengstett an und mache dieses Foto (in echt sieht das viel beeindruckender aus mit den Nebelschwaden, aber für meine Erinnerung reicht es):</p>
 <figure class="image-caption"><a href="althengstett.jpg"><picture>
                <source type="image/webp" srcset="/2016/09/radreise-zum-bodensee-zweiter-tag-alles-nass-ende-der-tour-und-ein-beschwerlicher-rueckweg/althengstett_hu8a21981fb063edd2268f2be3898cd825_913392_360x0_resize_q95_h2_catmullrom.webp 360w,/2016/09/radreise-zum-bodensee-zweiter-tag-alles-nass-ende-der-tour-und-ein-beschwerlicher-rueckweg/althengstett_hu8a21981fb063edd2268f2be3898cd825_913392_500x0_resize_q95_h2_catmullrom.webp 500w,/2016/09/radreise-zum-bodensee-zweiter-tag-alles-nass-ende-der-tour-und-ein-beschwerlicher-rueckweg/althengstett_hu8a21981fb063edd2268f2be3898cd825_913392_816x0_resize_q95_h2_catmullrom.webp 816w, /2016/09/radreise-zum-bodensee-zweiter-tag-alles-nass-ende-der-tour-und-ein-beschwerlicher-rueckweg/althengstett_hu8a21981fb063edd2268f2be3898cd825_913392_1632x0_resize_q95_h2_catmullrom.webp 1632w"
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                <img alt="" srcset="/2016/09/radreise-zum-bodensee-zweiter-tag-alles-nass-ende-der-tour-und-ein-beschwerlicher-rueckweg/althengstett_hu8a21981fb063edd2268f2be3898cd825_913392_360x0_resize_q95_h2_catmullrom.webp 360w, /2016/09/radreise-zum-bodensee-zweiter-tag-alles-nass-ende-der-tour-und-ein-beschwerlicher-rueckweg/althengstett_hu8a21981fb063edd2268f2be3898cd825_913392_500x0_resize_q95_h2_catmullrom.webp 500w, /2016/09/radreise-zum-bodensee-zweiter-tag-alles-nass-ende-der-tour-und-ein-beschwerlicher-rueckweg/althengstett_hu8a21981fb063edd2268f2be3898cd825_913392_816x0_resize_q95_h2_catmullrom.webp 816w,/2016/09/radreise-zum-bodensee-zweiter-tag-alles-nass-ende-der-tour-und-ein-beschwerlicher-rueckweg/althengstett_hu8a21981fb063edd2268f2be3898cd825_913392_1632x0_resize_q95_h2_catmullrom.webp 1632w"
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<h2 id="dritte-psychologische-etappe" data-numberify>Dritte psychologische Etappe<a class="anchor ms-1" href="#dritte-psychologische-etappe"></a></h2>
<p>Von Althengstett bis nach Hause sind es noch ~18km. Da ich die Strecke schon sehr oft gefahren bin fühle ich mich schon, als sei ich bereits zuhause. Denn von jetzt an kann ich den notwendigen Kraftaufwand einschätzen.</p>
<p>Kurz hinter Althengstett fahre ich bei lautstarker Musik aus meinen <a  href="/2016/08/verwendung-des-bluetooth-lautsprechers-soundcore-von-anker-fuers-radfahren/">Bluetooth-Lautsprechern</a> im starken Regen über die Landstraße. Da sehe auf dem Gehweg einen mittelalten Herrn stehen, der mir einen „Daumen hoch“ zustreckt, sich sehr zu freuen scheint, mir zunickt und etwas zuruft, das ich nicht mehr weiss.</p>

<h2 id="ziel-erreicht-mit-guter-laune-" data-numberify>Ziel erreicht mit guter Laune :)<a class="anchor ms-1" href="#ziel-erreicht-mit-guter-laune-"></a></h2>
<p>Nach ein paar weiteren Kilometern durch schöne Wälder komme ich schließlich nach insgesamt 68km an diesem Tag endlich total erschöpft aber entspannt und mit guter Laune zuhause an.</p>

<h2 id="mein-fazit" data-numberify>Mein Fazit<a class="anchor ms-1" href="#mein-fazit"></a></h2>
<p>Egal wie furchtbar es zwischendurch auch war, letztlich war es sehr schön, unterwegs gewesen zu sein.</p>

<h2 id="was-daraus-gelernt" data-numberify>Was daraus gelernt?<a class="anchor ms-1" href="#was-daraus-gelernt"></a></h2>
<p>Vieles…</p>
<ul>
<li>Beim nächsten Mal werde ich eine viel detailliertere Streckenplanung vornehmen und diese auch mit Satellitenbildern überprüfen; und mir vor allem irgendwo ein Höhenprofil anzeigen lassen.</li>
<li>Ich werde keine große und schwere Kamera mehr mitnehmen, vielleicht eine kleine.</li>
<li>Bereits vor Fahrtantritt werde ich mir ein paar Restaurants heraussuchen und mir deren Speisekarten anschauen; weil ich mich unterwegs nicht entscheiden kann.</li>
<li>Kagube braucht unbedingt einen Regenponcho, damit er auch bei Regen draußen bleiben kann…</li>
<li>Werde mir überlegen, ob ich in Zukunft noch mein <a  href="https://wiki.natenom.de/docs/fahrrad/touren/zubehoer/kochzubehoer/trangia-kochset/">Kochgeschirr</a> mitnehme oder nicht besser unterwegs esse.</li>
<li>Ich brauche neue, wirklich wasserdichte Handschuhe.</li>
<li>Ein neues, wirklich wasserdichtes Zelt muss auch her.</li>
<li>Die Hosenträger für die Regenhose haben sich bewährt.</li>
<li>Der neue <a  href="https://wiki.natenom.de/docs/fahrrad/zubehoer/lowrider/">Lowrider</a> und die neuen Taschen vorne haben sich bewährt.</li>
</ul>
<p><a  href="/2016/09/radreise-zum-bodensee-erster-tag-streckenprobleme-navigationssoftware-bergaufstieg-bremsversagen/">Hier gehts zum ersten Tag der Radreise</a></p>]]></content:encoded><enclosure url="https://natenom.de/2016/09/radreise-zum-bodensee-zweiter-tag-alles-nass-ende-der-tour-und-ein-beschwerlicher-rueckweg/fahrrad-am-bahnhaltestelle-cover.jpg" length="921580" type="image/jpeg"/></item><item><title>Radreise zum Bodensee – Erster Tag – Streckenprobleme, Navigationssoftware, Bergaufstieg, Bremsversagen…</title><link>https://natenom.de/2016/09/radreise-zum-bodensee-erster-tag-streckenprobleme-navigationssoftware-bergaufstieg-bremsversagen/</link><pubDate>Mon, 19 Sep 2016 14:09:39 +0000</pubDate><guid>https://natenom.de/2016/09/radreise-zum-bodensee-erster-tag-streckenprobleme-navigationssoftware-bergaufstieg-bremsversagen/</guid><description><![CDATA[<p>Geplant ist eine Radreise von Pforzheim zum Bodensee in zwei Tagestouren. Von dort wird es dann weitergehen Richtung Westen. Alles andere ist noch ziemlich offen und wird unterwegs entschieden werden.</p>
<p>Meine aktuelle Packliste für Radreisen ist im Wiki zu finden, <a  href="https://wiki.natenom.de/docs/fahrrad/touren/packlisten/archiv/packliste_drei_jahreszeiten_hinter_und_vordertaschen/">siehe hier</a>.</p>
<p></p><figure class="image-caption"><a href="/2016/09/radreise-zum-bodensee-erster-tag-streckenprobleme-navigationssoftware-bergaufstieg-bremsversagen/images/gepaeck_und_kaguBe.jpg"><picture>
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                <img alt="Gepäck und kaguBe" srcset="/2016/09/radreise-zum-bodensee-erster-tag-streckenprobleme-navigationssoftware-bergaufstieg-bremsversagen/images/gepaeck_und_kaguBe_hu34824723757d9c07f81331039b66b3cb_176865_360x0_resize_q95_h2_catmullrom.webp 360w, /2016/09/radreise-zum-bodensee-erster-tag-streckenprobleme-navigationssoftware-bergaufstieg-bremsversagen/images/gepaeck_und_kaguBe_hu34824723757d9c07f81331039b66b3cb_176865_500x0_resize_q95_h2_catmullrom.webp 500w, /2016/09/radreise-zum-bodensee-erster-tag-streckenprobleme-navigationssoftware-bergaufstieg-bremsversagen/images/gepaeck_und_kaguBe_hu34824723757d9c07f81331039b66b3cb_176865_816x0_resize_q95_h2_catmullrom.webp 816w"
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</p>

<h2 id="streckenplanung" data-numberify>Streckenplanung<a class="anchor ms-1" href="#streckenplanung"></a></h2>
<p>Geplant ist am ersten Tag eine Strecke von ca. 84 km bis zu einem Campingplatz in der Nähe von Albstadt. Das entspricht dem halben Weg zum Bodensee. Man fährt dabei über Herrenberg und Rottenburg am Neckar.</p>]]></description><content:encoded><![CDATA[<p>Geplant ist eine Radreise von Pforzheim zum Bodensee in zwei Tagestouren. Von dort wird es dann weitergehen Richtung Westen. Alles andere ist noch ziemlich offen und wird unterwegs entschieden werden.</p>
<p>Meine aktuelle Packliste für Radreisen ist im Wiki zu finden, <a  href="https://wiki.natenom.de/docs/fahrrad/touren/packlisten/archiv/packliste_drei_jahreszeiten_hinter_und_vordertaschen/">siehe hier</a>.</p>
<p></p><figure class="image-caption"><a href="/2016/09/radreise-zum-bodensee-erster-tag-streckenprobleme-navigationssoftware-bergaufstieg-bremsversagen/images/gepaeck_und_kaguBe.jpg"><picture>
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</p>

<h2 id="streckenplanung" data-numberify>Streckenplanung<a class="anchor ms-1" href="#streckenplanung"></a></h2>
<p>Geplant ist am ersten Tag eine Strecke von ca. 84 km bis zu einem Campingplatz in der Nähe von Albstadt. Das entspricht dem halben Weg zum Bodensee. Man fährt dabei über Herrenberg und Rottenburg am Neckar.</p>
<p>Für die Route nutze ich die Webseite <a  class='urlextern'  href="http://openrouteservice.org/">OpenRouteService.org</a>; leider funktioniert aktuell das Höhenprofil nicht, was sich später noch als fatal herausstellen wird. Als Eigenschaften für die Strecke kreuze ich &ldquo;Cycle Tour&rdquo; und &ldquo;Shortest Route&rdquo; an.</p>
<p>Die so entstandene Route wird als GPX-Datei exportiert, und dann in <a  href="/tags/osmand/">OsmAnd</a> geladen.</p>

<h2 id="los-gehts" data-numberify>Los gehts<a class="anchor ms-1" href="#los-gehts"></a></h2>
<p>Es ist Wetter. Für mich gibt es kein schönes oder unschönes Wetter, es gibt gefährliches Wetter, wie z. B. Gewitter, Sturm oder Hagel. Jedes andere Wetter verlangt nur entsprechende Kleidung. Es ist aber trocken.</p>

<h2 id="schlechte-wege" data-numberify>Schlechte Wege<a class="anchor ms-1" href="#schlechte-wege"></a></h2>
<p>Anstatt mich auf der glatten Landstraße entlang zu führen, führt mich die Navigation laut berechneter Route auf den geschotterten Wegen entlang, die dann auch noch auf und ab gehen, obwohl die Landstraße eben ist. Das ist ein bisschen demotivierend.</p>

<h2 id="waldweg" data-numberify>Waldweg<a class="anchor ms-1" href="#waldweg"></a></h2>
<p>Nach ca. 30 km lotst mich das Navi dann kurz nach dem Ort Gechingen in einen Wald und nach wenigen Metern auf einen seit Jahren nicht mehr benutzten, total zugewachsenen Waldweg.</p>
<p>&ldquo;Cycle Tour? … nein danke. Ich fahre wieder zurück, verwerfe erst einmal die Route von OpenRouteService und lasse mir von OsmAnd zusammen mit <a  href="/2016/08/brouter-bringt-osmand-bei-dass-die-welt-nicht-flach-ist/">BRouter</a> eine Alternative berechnen. Doch statt der 84km sind das jetzt leider 105km für die gesamte Strecke von meinem Wohnort bis Albstadt. Das wars dann mit der Gemütlichkeit. Ich entscheide mich für die längere Strecke, da noch genug Zeit ist und fahre fortan über Landstraßen oder zumindest geteerte Feldwege.</p>

<h2 id="probleme-mit-der-navigationssoftware" data-numberify>Probleme mit der Navigationssoftware<a class="anchor ms-1" href="#probleme-mit-der-navigationssoftware"></a></h2>
<p>Zwischendurch passiert es immer wieder, dass OsmAnd die Abbiegeanweisungen nicht per Sprache ausgibt und so verfahre ich mich mehrmals. Da das Display so eingestellt ist, dass es <a  href="/2016/09/very-useful-feature-of-osmand/">nur bei eben diesen Anweisungen kurz angeht</a>, dauert es immer etwas, bis ich das merke, weil ich plötzlich in die falsche Himmelsrichtung fahre.</p>

<h2 id="brouter-auch-nicht-perfekt" data-numberify>BRouter auch nicht perfekt…<a class="anchor ms-1" href="#brouter-auch-nicht-perfekt"></a></h2>
<p>Ich folge jetzt brav der Route von OsmAnd und stehe in Hechingen plötzlich vor einem Aufstieg mit insgesamt sieben oder acht Treppen mit sehr steilen Treppenstufen. Das ist also die Strecke für Fahrradfahrer von BRouter?</p>
<p>Habe bei BRouter in der Vergangenheit schon einmal die Erfahrung gemacht, dass man plötzlich vor Treppen steht; das Material scheint nicht mehr ganz aktuell zu sein …? Wobei die Treppen nicht sehr neu aussehen.</p>
<p>Ich raste kurz, esse etwas und mache mich daran, mein Fahrrad die Treppen hochzuschieben.</p>
<p>Und was spare ich mir damit? Wenige Meter Straße, aber das erfahre ich erst am nächsten Tag:</p>
<p></p><figure class="image-caption"><picture><source type="png" srcset="/2016/09/radreise-zum-bodensee-erster-tag-streckenprobleme-navigationssoftware-bergaufstieg-bremsversagen/images/hechingen_treppenwitz.png" />
			         <img alt="Treppenwitz in Hechingen" src="/2016/09/radreise-zum-bodensee-erster-tag-streckenprobleme-navigationssoftware-bergaufstieg-bremsversagen/images/hechingen_treppenwitz.png" title="Treppenwitz in Hechingen" width="477" height="478" loading="lazy" /></picture><figcaption>Treppenwitz in Hechingen</figcaption></figure><p>
</p>
<p>Copyright by OpenStreetMap contributors, <a  class='urlextern'  href="http://www.openstreetmap.org/copyright">Lizenz</a>.</p>
<p>Ausserdem passiert es mal wieder, dass mich BRouter auf seltsamen Wegen quer durch ein ganzes Dorf schickt, obwohl ich direkt nach rechts auf die Hauptstraße abbiegen könnte. Klar, BRouter ist darauf aus, Höhenmeter zu sparen, aber für mich gehts die Hauptstraße nur den Berg runter.</p>

<h2 id="fataler-fehler-und-ein-sehr-anstrengender-aufstieg-auf-das-8222zeller-horn8220-mit-voll-gepacktem-rad" data-numberify>Fataler Fehler und ein sehr anstrengender Aufstieg auf das &#8222;Zeller Horn&#8220; mit voll gepacktem Rad<a class="anchor ms-1" href="#fataler-fehler-und-ein-sehr-anstrengender-aufstieg-auf-das-8222zeller-horn8220-mit-voll-gepacktem-rad"></a></h2>
<p>Als ich in der &ldquo;Oberstadt&rdquo; ankomme, sind es laut meiner aktuellen Route noch 35km bis zum Campingplatz. Da die vorherige Route von OpenRouteService.org immer noch auf dem Display in sanftem Rot angezeigt wird, sehe ich, dass diese ziemlich gerade nach unten verläuft, während die aktuelle viele Schleifen zieht.</p>
<p>Ich entscheide mich für die kürzere Route, denn diese ist nur 18km lang und ich bin schon ziemlich erschöpft. Ein fataler Fehler :P</p>
<p>Zuerst geht es auf einen Feldweg mit ziemlich grobem Schotter; da kann man vielleicht mit einem Fatbike noch fahren, aber nicht mit meinen schmalen Tourenreifen. Ich schiebe also. Dann geht es in den Wald hinein und der Weg wird besser, ich schiebe trotzdem, weil ich keine Kraft habe. Es wird langsam steiler und ich bekomme immer wieder Zweifel, ob ich nicht doch den längeren Weg nehmen soll. Aber es wird bald dunkel und ich will nicht im Dunkeln fahren müssen, also weiter…</p>
<p>Zwischendurch fahre ich immer mal wieder ein Stück, aber die meiste Zeit schiebe ich.</p>
<p>Es wird steiler und ich begegne einer Gruppe von Wanderern, die sich etwas zu wundern scheinen, was ich mit dem Fahrrad hier will.</p>
<p>Einer von ihnen sagt mir, die Steigungen haben jetzt ein Ende, aber er sagt direkt, dass das ein Witz war.</p>
<p>Wenige Meter später um die Ecke kommt eine Steigung, die so steil ist, dass ich Bedenken habe, mein voll beladenes, 48kg wiegendes Fahrrad überhaupt da hoch bekommen zu können. Und dann auch noch Schotter. Für die 100m oder weniger benötige ich sehr viel Zeit. Fahrrad nach vorne schubsen, Bremse drücken und einen Schritt nach vorne gehen. Schreien hilft auch ab und an mal :P</p>
<p>Und jetzt? Nach links geht ein Weg ab, der den Hinweis gibt, dass es sich um einen beruhigten Teil des Waldes handelt, den man weder zu Fuß noch sonst wie betreten sollte. Der sieht aber besser aus als die andere Seite; dort ist nur ein schmaler Pfad weiter nach oben. Ich entscheide mich für letzteren, der passt besser zu der Route.</p>
<p>Einige Meter später wird aus dem schmalen Pfad ein sehr steiler Geröllpfad. Also muss ich wieder mein Rad Meter um Meter hochschubsen. Das ist sehr anstrengend und ich hoffe nur, dass ich wieder aus dem Wald raus bin, bevor es dunkel ist.</p>
<p>Irgendwann hat die Quälerei endlich ein Ende und ich bin oben angekommen auf dem Berg. Es ging von 541 Höhenmetern hoch auf ~900m.</p>
<p>Das war ein durchaus schwieriger Wanderweg, aber definitiv nichts fürs Fahrrad, erst recht nicht für ein voll gepacktes. Wie auch immer der Routenplaner von OpenRouteService.org darauf kommt. Ich werde denen mal eine Nachricht deswegen schicken, dann können sie das Problem beheben :)</p>
<p>Man kann das Problem übrigens auf deren Webseite nachvollziehen, in dem man die Strecke in der Mitte von Hechingen startet und den Zielort Lautlingen angibt. Dann noch das Fahrrad-Profil auswählen und in den Einstellungen beim Zahnrad &ldquo;Cycle Tour&rdquo; und &ldquo;Shortest Route&rdquo; ankreuzen.</p>
<p>Hier das Höhenprofil des &ldquo;Aufstiegs&rdquo; aus der per OsmAnd aufgezeichneten GPX-Datei; es ist ein Screenshot der Anwendung <a  class='urlextern'  href="https://sourceforge.net/projects/viking/">Viking</a>:</p>
<p></p><figure class="image-caption"><picture>
                <source type="image/webp" srcset="/2016/09/radreise-zum-bodensee-erster-tag-streckenprobleme-navigationssoftware-bergaufstieg-bremsversagen/images/aufstieg_hechingen_berg__viking_hoehenprofil_hu7e2f7c6779823025c29ce19f022feae7_15001_360x0_resize_q95_h2_catmullrom_3.webp 360w,/2016/09/radreise-zum-bodensee-erster-tag-streckenprobleme-navigationssoftware-bergaufstieg-bremsversagen/images/aufstieg_hechingen_berg__viking_hoehenprofil_hu7e2f7c6779823025c29ce19f022feae7_15001_500x0_resize_q95_h2_catmullrom_3.webp 500w,/2016/09/radreise-zum-bodensee-erster-tag-streckenprobleme-navigationssoftware-bergaufstieg-bremsversagen/images/aufstieg_hechingen_berg__viking_hoehenprofil_hu7e2f7c6779823025c29ce19f022feae7_15001_816x0_resize_q95_h2_catmullrom_3.webp 816w"
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                <img alt="Höhenprofil" srcset="/2016/09/radreise-zum-bodensee-erster-tag-streckenprobleme-navigationssoftware-bergaufstieg-bremsversagen/images/aufstieg_hechingen_berg__viking_hoehenprofil_hu7e2f7c6779823025c29ce19f022feae7_15001_360x0_resize_q95_h2_catmullrom_3.webp 360w, /2016/09/radreise-zum-bodensee-erster-tag-streckenprobleme-navigationssoftware-bergaufstieg-bremsversagen/images/aufstieg_hechingen_berg__viking_hoehenprofil_hu7e2f7c6779823025c29ce19f022feae7_15001_500x0_resize_q95_h2_catmullrom_3.webp 500w, /2016/09/radreise-zum-bodensee-erster-tag-streckenprobleme-navigationssoftware-bergaufstieg-bremsversagen/images/aufstieg_hechingen_berg__viking_hoehenprofil_hu7e2f7c6779823025c29ce19f022feae7_15001_816x0_resize_q95_h2_catmullrom_3.webp 816w"
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</p>
<p>Der erste &ldquo;Hubbel&rdquo; bei circa 3,2km ist der sehr steile Schotterweg.</p>
<p>82 Minuten habe ich für den gesamten &ldquo;Aufstieg&rdquo; benötigt.</p>
<p></p><figure class="image-caption"><picture><source type="png" srcset="/2016/09/radreise-zum-bodensee-erster-tag-streckenprobleme-navigationssoftware-bergaufstieg-bremsversagen/images/aufstieg_hechingen_berg_viking_streckenverlauf.png" />
			         <img alt="Streckenverlauf" src="/2016/09/radreise-zum-bodensee-erster-tag-streckenprobleme-navigationssoftware-bergaufstieg-bremsversagen/images/aufstieg_hechingen_berg_viking_streckenverlauf.png" title="Streckenverlauf" width="400" height="779" loading="lazy" /></picture><figcaption>Streckenverlauf</figcaption></figure><p>
</p>
<p>Copyright by OpenStreetMap contributors, <a  class='urlextern'  href="http://www.openstreetmap.org/copyright">Lizenz</a>.</p>
<p>Und hier der genaue Streckenverlauf der aufgezeichneten GPX-Datei in Viking dargestellt:</p>
<p>Die Striche oben im Bild sind Wege, keine Höhenlinien.</p>
<p>Und hier noch ein Screenshot des Geschwindigkeitsverlaufs; unter 6km/h heißt es wurde geschoben:</p>
<p></p><figure class="image-caption"><picture>
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                <img alt="Geschwindigkeitsverlauf" srcset="/2016/09/radreise-zum-bodensee-erster-tag-streckenprobleme-navigationssoftware-bergaufstieg-bremsversagen/images/aufstieg_hechingen_berg_viking_geschwindigkeitsverlauf_hu1b7ad0ca0d6ca9da20aa56e771855602_14682_360x0_resize_q95_h2_catmullrom_3.webp 360w, /2016/09/radreise-zum-bodensee-erster-tag-streckenprobleme-navigationssoftware-bergaufstieg-bremsversagen/images/aufstieg_hechingen_berg_viking_geschwindigkeitsverlauf_hu1b7ad0ca0d6ca9da20aa56e771855602_14682_500x0_resize_q95_h2_catmullrom_3.webp 500w, /2016/09/radreise-zum-bodensee-erster-tag-streckenprobleme-navigationssoftware-bergaufstieg-bremsversagen/images/aufstieg_hechingen_berg_viking_geschwindigkeitsverlauf_hu1b7ad0ca0d6ca9da20aa56e771855602_14682_816x0_resize_q95_h2_catmullrom_3.webp 816w"
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</p>
<p>Nochmal zur Erinnerung: Eingestellt habe ich im Routenplaner &ldquo;Cycle Tour&rdquo; und &ldquo;Shortest Route&rdquo;.</p>

<h2 id="bremsversagen8230" data-numberify>Bremsversagen&#8230;<a class="anchor ms-1" href="#bremsversagen8230"></a></h2>
<p>Auf dem &ldquo;Gipfel&rdquo; angekommen, muss ich direkt wieder steil hinunter, aber so, dass man gut fahren kann, vielleicht 500 Meter weit. Ich bremse bis zum Anschlag und plötzlich lässt die Bremswirkung rasch nach. Es wird glücklicherweise wieder flacher und ich kann noch gut auf einer Wiese zum Stehen kommen.
Ich betrachte meine Bremsen und seitdem weiß ich, wie heiß diese Scheibenbremsen werden können, und auch, wie die glühenden Bremsbeläge riechen. Nach vielleicht zwei Minuten Pause ist die Bremswirkung wieder da. Trotzdem werde ich in den nächsten Tagen bei einem Fahrradmechaniker vorstellig werden.</p>

<h2 id="campingplatz" data-numberify>Campingplatz<a class="anchor ms-1" href="#campingplatz"></a></h2>
<p>Natürlich komme ich zu spät am Campingplatz bei Albstadt an und die Rezeption hat schon zu. Es ist auch keiner mehr da, den man ansprechen könnte. Die sanitären Einrichtungen sind nur per RFID-Chip zugänglich. Ich erkläre jemandem meine Verspätung und der öffnet mir mit seinem Chip dankenswerterweise die Türe :)</p>
<p>Vorher habe ich bereits mein Zelt aufgebaut und mich währenddessen gefragt, welcher schlaue Fuchs auf die Idee kam, einen komplett steinigen Boden als Zeltwiese auszuzeichnen; selbst mithilfe eines Holzscheitels konnte ich die Heringe nur sehr leicht bzw. meist gar nicht in den Boden bekommen.</p>
<p>Als das Zelt aufgebaut war, fing es auch schon an zu nieseln und dann richtig zu regnen.</p>
<p>Ich bin total erschöpft und gehe direkt um ~20:xx Uhr schlafen, obwohl ich eigentlich gerne noch was essen würde.</p>

<h2 id="fazitdes-ersten-tages" data-numberify>Fazit des ersten Tages<a class="anchor ms-1" href="#fazitdes-ersten-tages"></a></h2>
<ul>
<li>Gefahrene Strecke: 95,21km</li>
<li>Maximale Geschwindigkeit: 54,06km/h</li>
<li>Durchschnittsgeschwindigkeit: 14,62km/h</li>
<li>Reine Fahrzeit (inklusive Schiebezeit): 06:30:40</li>
</ul>
<p>Oder: Zu viel, zu hoch, zu weit, kein einziges Foto gemacht; aber ich bin unterwegs :)</p>
<p>Schlaf jetzt.</p>
<p><a  href="/2016/09/radreise-zum-bodensee-zweiter-tag-alles-nass-ende-der-tour-und-ein-beschwerlicher-rueckweg/">Hier gehts zum nächsten Tag der Radreise…</a></p>]]></content:encoded><enclosure url="https://natenom.de/2016/09/radreise-zum-bodensee-erster-tag-streckenprobleme-navigationssoftware-bergaufstieg-bremsversagen/cover.jpg" length="176865" type="image/jpeg"/></item></channel></rss>